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#1

Dazulernen für Kampfrichter (und Betreuer)

in Sparring - Wettkämpfe - Turniere 06.03.2015 18:23
von office • 162 Beiträge

Das Turnierbüro schreibt diesen Beitrag ins offene Forum, weil "eigentlich, erstmal und vielleicht" ALLE Beteiligten = in diesem Fall - gerne etwas "dazulernen" sollten.
Also Kampfrichter, Betreuer und vielleicht auch die mitlesenden Wettkämpfer.

Genaugenommen ist es eine interne Angelegenheit für das Kampfrichter-Kollegium, aber erstens soll hier kein einzelnes Jurymitglied auf irgendeine Art und Weise angegangen werden - und zweitens ist der Fall leider ganz allgemein kennzeichnend für gewisse "Lücken" bei der Kenntnis bzw. Auslegung der Wettkampfregeln.

Folgender Sachverhalt:

Beim DBL-CUP in Walsrode am 28.02.2015 kam es in der Klasse 151 Teamkampf Kid´s weiblich -160cm zu ein paar leichten Regelwidrigkeiten, die tatsächlich bei den letzten Wettkämpfen sehr selten vorgekommen sind. Immerhin durchaus diskutabel auf der Ebene der Kampfrichter.

Dazu die hier zu sehenden snapshots aus 2 Videoaufnahmen

...

Bild 1 zeigt eine "unsaubere" Handtechnik von Wettkämpfer rot, leichte "Ohrlasche" zum Kopf.
Bild 2 einen später darauffolgenden Handangriff in Halshöhe, der aus dem Blickwinkel der Kamera nicht zweifelsfrei zu erkennen ist.

Der Kampfleiter steht deutlich besser dran, um den genauen Sachverhalt sehen zu können.


Der Berichterstatter hat in langjähriger Erfahrung schon wesentlich "aufgeregtere" und deutlich "unsaubere" Gefechte, insbesondere bei den weiblichen Wettkämpferinnen in der Kategorie TKD, erlebt.

Allerdings wäre hier, bereits beim Vorfall Bild 1, der Referee gut beraten gewesen, seine Karte abzugeben.
Beziehungsweise u. U. die rote Karte gleich regelgerecht zu zeigen = Punktabzug für Wettkämpfer ROT.
Für einen verbotenen Angriff auf Hals oder Kopf.

Auch in diesem Fall ist das eine "Ermessensache" des Kampfleiters, wobei zumindestens eine SEHR DEUTLICHE ERMAHNUNG, unmittelbar bei der ersten unsauberen Attacke, nicht nur sinnvoll sondern auch angeraten gewesen wäre.

Die Erfahrung lehrt, dass sich viele Wettkämpfer eine frühzeitig sehr deutlich ausgedrückte "Linie" eines Kampfleiters durchaus merken.
Was in den allermeisten Fällen zur Folge hat, dass Kämpfe eben NICHT eskalieren oder weiter unsauber verlaufen. Oft ein Spiel, was sich beiderseitig hochschaukelt.


Besonders im Bereich "Jugend" sofort die Grenzen aufzeigen, ist eine Vorgehensweise, die jeder Kampfrichter beherzigen sollte.

Viel mehr ist zu diesem Fall gar nicht anzumerken.


Bis auf die Tatsache vielleicht, dass ein Coach keine wirksame Begründung dafür liefert,
wenn in einer völlig anderen Wettkampfklasse später ein Kampf von vornherein "aufgegeben" wird
= durch Nichtantreten, sprich "Handtuchwerfen" schon vor Beginn der Begegnung.

Der "Grund" soll angeblich auf den oben beschriebenen Kampf zurückzuführen sein.

Falls das tatsächlich zutrifft, so steckt dahinter keine Begründung für irgendetwas, sondern lediglich ein eklatanter Mangel an Regelkundigkeit.
Sowie Missachtung des sportlichen Gegners, der mit (möglichen) Verfehlungen anderer rein gar nichts zu tun hat.

Mit der falschen Einstellung gehört man von vornherein auf keine Matte, auf der nach "Regeln" gekämpft wird - und wo es auch ein reguläres Einspruchsverfahren gibt.
Falls die sportlichen Regeln erkennbar und grob nicht eingehalten werden.

Genau in diesem Punkt gibt es überhaupt keinen Unterschied zwischen "Kämpfern" oder "Kampfrichtern".
Und auch erst recht keinen zwischen unterschiedlichen Vereinen.
..


zuletzt bearbeitet 06.03.2015 18:25 | nach oben springen

#2

RE: Dazulernen für Kampfrichter (und Betreuer)

in Sparring - Wettkämpfe - Turniere 11.03.2015 10:26
von BAOffice • 1.192 Beiträge

Speziell im Hinblick auf den
NRW-CUP 2015 in Bad Berleburg am 21.03.
möchte ich noch anmerken, dass es wohl DOCH einen GROSSEN UNTERSCHIED zwischen VEREINEN gibt.

Und ganz offenkundig auch Unterschiede zwischen "Trainern".

Der eine oder andere (Trainer) performt sich bisweilen wie der "Grossmeister Axt im Walde".
Sportlich geboten wird aber effektiv nicht allzuviel.

Oder allenfalls mal ein bisschen, wenn´s grad bestens und bequemst passt.


Der wahre "Kämpfer" (oder auch "Kampftrainer"...) zeigt seine Qualitäten vor allem dann, wenn es NICHT unbedingt "EINFACH" ist.


Wenn man gegen starke Gegner (oder andere Schwierigkeiten...) kämpfen und bestehen muss,
anstatt ANGEBLICH vor allem nur "das Kampfgericht" oder sogar den Geschichtenerzähler Gilbert gegen sich zu haben.
Automatische Erklärung für alles von Platz 2 bis 4 oder sogar noch darunter.


Was das "Jammern" = das über die eigenen "Schüler" (oder "Vereinsprobleme"...) betrifft, so geht das beim Berichterstatter hier nur noch links rein, rechts raus.
Und man darf sicher sein - dazwischen hält es nichts auf.

Ein -längst vergessener- TKD-Weltmeister, der damals ein Mantafahrer war und auch immer echte Mantafahrer-Sprüche zu bieten hatte - der kam allerdings mal mit einem echt guten Spruch raus.


Der da lautet: "Unter Druck lernt man die Leute am besten kennen"


ICH...hab ja immer viel von anderen gelernt...und diesen Spruch habe ich mir sofort gemerkt.
Ihn dann sinngemäss auch in meiner aktiven "Trainerzeit" umgesetzt.
Was für einige Anfänger oder auch Deutsche Meister nicht immer so ganz einfach gewesen ist.
Das mit dem "Druck".


Immer mehr hat sich enthüllt, dass es nicht nur bei (jugendlichen) Sportlern und Wettkämpfern so liegt.
Sondern auch bei "Trainern" und damit auch bei den "Kampfrichtern" und leider auch bei den "Prüfern".

Schon dem geringsten Druck halten einige nicht stand und sie zeigen ihr wahres Wesen und ihre tatsächliche "Qualität".

Jenseits jeder Objektivität oder der Fähigkeit, sich selbst und andere zu "motivieren".
Also in Zielrichtung echte Leistung.

Einige verstehen allerdings eine Menge davon, das wegzuschauspielern - teilweise schaffen sie das sehr lange Zeit.

Weil sie meist auch gar nicht so offen und so gern auf der "Bühne" stehen, also z. B. als Referee oder als Trainer-Referent vor ihnen unbekannten Leuten.

Sondern zumeist in ihrem eigenen vertrauten Heim-Verein herumbasteln und dabei guckt ihnen doch keiner besonders auf die Finger, oder ?
Ihre vielen ganz kleinen "Schüler" sowieso nicht.


ZUM NRW-CUP 2015 ANGEMERKT:

Sehr POSITIV, dass sich dort ein wirklich harter Kern zusammenfinden wird und es ist noch positiver zu vermerken, dass die beteiligten Clubs und Trainer "ihre" Mitglieder aus den jeweiligen Vereinen durchaus breit zur Teilnahme motiviert haben.

Kein einziger davon ist nur mit einer "Alibimeldung" dabei von 2-3 "Kämpfern", die vielleicht gar keine sind.

ALLE scheinen (für das besagte Turnier...) ihr vorhandenes Potenzial an sportlichen Teilnehmern bestmöglich ausgeschöpft zu haben.
Und zwar auch, wenn es für einige diesmal einen relativ weiten Weg zur Anreise bedeutet - wie schon ca. 1 Monat vorher nach Niedersachsen.

Fast noch "positiver" darf man feststellen, dass einige Trainer sogar viele ihrer "Anfänger" für unseren gemeinsamen Wettkampfsport zu motivieren wussten.

Es ist nämlich wirklich kein Problem, schon als "Weissgurt" in der Newcomer- oder Formen-B-Klasse anzutreten - und frühzeitig echte Wettkampfluft zu schnuppern.
Sparring wäre noch ein anderes Thema. Ein wirklich qualifizierter und kluger Trainer "verheizt" unreife Früchtchen (seiner Arbeit) nicht planlos auf der Matte.

Aber genau dort sieht man leider in diversen Fällen, was manche "Grossmeister" und "Cheftrainer" zu bieten haben.
Eine grosse Schnauze und vielleicht noch selbstgestrickte Dane im Dutzend billiger - sonst nichts von grossartiger Bedeutung.
Auch nicht zum Begriff "Vollkontakt".


Eher NEGATIV - beim NRW-CUP 2015
Bei dieser Veranstaltung sind die Kampfrichter diesmal sehr dünn gesät.
Mit der bislang üblichen Einteilung funktioniert die Jury definitiv NICHT für 2 Flächen + eine Extrazone für die Bruchtest-Wettbewerbe.

Tatsächlich kommen auch deswegen Probleme auf, weil mehrere-zuviele Leute aus dem Kampfrichterteam eigene Starts in diversen Wettkampfkategorien haben.


Das muss man wiederum sehr POSITIV sehen, denn Formenlaufen, Bruchtest und auch Sparring jenseits der 40 oder 50 Jahre - genau diese "Vorbildfunktion" kann doch keiner bei den "richtigen" Trainern irgendwie negativ sehen, oder ?


Allerdings führt es zu Verwerfungen in der Jury und beim Helferteam
Denn ab 2015 ist die allgemeine Linie klar - wir setzen in einem DBL-Kampfgericht regulär niemand ein, der aktiv im Wettbewerb vertreten ist.
Beziehungsweise dann nur, wenn es passend zu ermöglichen ist.

Wie auch dieses Problem (beim NRW-CUP oder bei anderen Gelegenheiten...) bestmöglich zu lösen ist, wird ein Teil der
TRAINERKONFERENZ am 21.3.
sein, in diesem Punkt ganz klar VOR BEGINN DER WETTKÄMPFE


Dazu ein weiterer Hinweis:

-Kampfrichter, die deutlich zu spät zum morgendlichen KR-Meeting kommen...
-Kampfrichter, die von Vereinen mehr oder weniger als "Alibi-Helfer" gemeldet werden...
-Kampfrichter, die sich gezielt nur einen Part der Mitwirkung für sie selbst rauspicken wollen...
-Kampfrichter, die (bisher) als "Lizenzprüfer" aufgetreten sind, aber auch dort die offizielle Bekleidungsvorschrift nicht einhalten...
-Kampfrichter, die (bei früheren Veranstaltungen) wiederholt deutliche Lücken beim Verständnis von Regeln gezeigt haben...

und
-Kampfrichter, die mit irgendwelchen "Lizenzen" von woanders gemeldet werden, aber sehr wahrscheinlich keinen Überblick über das Reglement haben...

die werden von der Wettkampfleitung konsequent ABGELEHNT

Sie werden auch NICHT im "Notfall" eingesetzt, den ich bei diversen "Kebab-Turnieren" oder bei "Weltmeisterschaften" schon gesehen habe.

Zur Not kommt als Neuerung bei UNS dann allenfalls ein aufblasbares Kampfgericht zum Einsatz.

Aufgeblasene Leute gibt´s in diesem Sport schon viel zu viele,
also gäbe es gar keine so besonders neuen Schwierigkeiten mit der vielen heissen Luft in der Sporthalle.
..


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#3

RE: Dazulernen für Kampfrichter (und Betreuer)

in Sparring - Wettkämpfe - Turniere 11.03.2015 13:45
von Helmut • 43 Beiträge

Hallo zusammen,
klare Ansage meinerseits - wenn es mit der Teilnahme in einzelnen Klassen nicht paßt,
weil sonst nicht ausreichend Kampfrichter da sind oder das Durcheinander zu groß wird,
verzichte ich natürlich auf diese Starts...

Gruß, Helmut

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#4

RE: Dazulernen für Kampfrichter (und Betreuer)

in Sparring - Wettkämpfe - Turniere 11.03.2015 14:19
von Jenny • 77 Beiträge

Ich habe mich extra nur für den Formenwettbewerb angemeldet,
aber ich verzichte selbstverständlich auch auf diesen Start.
Das Kampfgericht geht natürlich vor.
Reiner

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#5

RE: Dazulernen für Kampfrichter (und Betreuer)

in Sparring - Wettkämpfe - Turniere 11.03.2015 14:40
von office • 162 Beiträge

Hier kann man echt noch was dazulernen.

Es ehrt Euch, wenn Ihr im Zweifelsfall auf Starts in den "Alte-Herren-Klassen" verzichten wollt - zugunsten einer Mitwirkung in der Jury.

Aber wir haben für den NRW-CUP wohl schon eine passende Lösung, also werden diese Starts NICHT zurückgenommen.

Ist auch -im sportlichen Sinne- sehr erfreulich, dass wir in diversen "Altersklassen" diesmal eine erstaunliche Konkurrenz haben.
Das wird ganz schön interessant auf der Matte bei den BudoAthletischen NRW-Meisterschaften, übrigens auch beim SPEED FENCING.

Hierbei hat sich 1 Verein besonders reingehängt, diesmal nicht nur Kids, sondern endlich mal die Oldies zu aktivieren.
Einfach nur Klasse, diese Einstellung.

Den ganzen Rest besprechen wir beim KR-MEETING am Samstagmorgen 21.3.
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#6

RE: Dazulernen für Kampfrichter (und Betreuer)

in Sparring - Wettkämpfe - Turniere 11.03.2015 16:08
von BAOffice • 1.192 Beiträge

Aktuelle Liste 2015 der registrierten Kampfrichter - update 11.03.2015
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