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#1

Fragen und Antworten zur Wettkampfausrüstung

in Sparring - Wettkämpfe - Turniere 07.04.2014 18:32
von BAOffice • 1.202 Beiträge

Ein Trainer stellte ein paar Fragen zu möglichen "Ausnahmen" bei der Ausrüstung
Da das vielleicht von allgemeinem Interesse ist - sind die (grundsätzlichen) Fragen hier reinkopiert und die Antworten auch.


FRAGE 1
...eine Frage zur Schutzausrüstung Westenkampf.
Sind Schienbeinschutz/Unterarmschutz definitiv Pflicht?
Meine Leute haben das alles noch nicht, da wir
Neulinge im Westenkampf sind.



ANTWORT
Schienbeinschutz und Unterarmschutz sind beim WTF-„Westenkampf“ seit Ende der 70er Jahre-Anfang 80er überall durchgängig Standard und Pflicht. Unter den Klamotten, nicht drüber.
Man kann drüber streiten, ob z. B. der Unterarmschützer so besonders wichtig ist, aber an diese Norm haben sich inzwischen alle gewöhnt.

Auch der Schienbeinschutz ist in ITF oder Kickbox-Kreisen nicht unbedingt verbreitet.

Aber er ist halt beim Sparring Marke WTF Standard und wir selbst haben einige prägende Erfahrungen, warum gerade der u. U. sehr sinnvoll ist = Brüche von Schienbeinen, die beide blank aufeinander kamen – mit Schützer wäre dieser Horror beim Kämpfen von Anfängern vermutlich nicht passiert.

Das Einzige, was bei uns bisher immer „freigestellt“ wurde, sind die WTF-Handschützer, die sie vor ein paar Jahren bestimmt erstmal nur aus Verkaufsgründen rausgebracht hatten.
Inzwischen gibt es auch „Fuss-Handschuhe“ Marke WTF, wo die Zehen ähnlich reinkommen wie in einen solchen Handschuh.
Das Ding ist jedenfalls besser als ein komplett nackter Fuss oder ein billiger labbriger Spannschoner.

Für KTAE KONTAKT bietet sich die Handschutz-Fussschutz-Ausrüstung insgesamt gut an und könnte zum Standard werden.
Weil die auch kaum zu sehen ist, so wie die anderen dicken Schaumstoffpakete.



FRAGE 2
...jetzt habe ich noch eine Frage:
sind im KTAE-Kontakt auch geschlossene
Handschuhe erlaubt (Übergangslösung für 2014)?


und
FRAGE 3
...noch eine abschließende Frage zum KTAE-Kontakt (Erwachsene).
Sind für Erwachsene auch die geschlossenen Fußschützer (Kickboxen) gestattet?



ANTWORT(EN)
Wir hatten gestern noch überlegt, ob wir in der OLDIE-Klasse Bayern tatsächlich BOXHANDSCHUHE ausschreiben.
Dicke Handschuhe (und Fussschützer) verderben das Bild vielleicht.

Aber das muss man halt noch sehen – ICH selber fände speziell für die OLDIES beim KTAE die Boxhandschuhe vielleicht gar nicht schlecht. Aus reinen Sicherheitsgründen.

Das Oldie-Kämpfen ist eher mehr „just-for-fun“.
Und auch dringend notwendig, damit die Pampers-Riege doch mal sieht, dass die Generation Silberrücken wirklich sowas noch drauf hat.

Cheftrainer, die ausschliesslich den Ablauf aller Hyongs kennen, aber den leider auch nicht so richtig und ihre Leute auch nicht – die sind keine vernünftige Grundlage für richtigen Kampfsport.

Um die Frage zu beantworten:

In den „normalen“ Klassen KTAE = Kontakt Senioren und Jugend gibt es nur die Wahl zwischen leichten Handschützern aus dem Karate oder TKD.

Und FUSS-SCHUTZ – SENIOREN
= nur leichte Spannschützer, wie oben beschrieben.

JUGEND mit Voll-Fuss-Schutz und Helm


Solange wir dafür kein einheitliches Modell vorgeschrieben haben, bleibt das alles noch ein Grenzfall. Weil bislang echte Praxiserfahrungen fehlen.

Deswegen wird es vielleicht noch einige „Ausnahmen“ geben – aber nur bei den Senioren, nicht bei der Jugend.

Beispielsweise Andre Petrakow hatte bei den GM 2014 offenbar völlig ohne Handschuhe gekämpft.
Ist genaugenommen nicht zulässig, aber das ganze System läuft auf maximal wenig sichtbare Schutzausrüstung hinaus.

Wenn wir in dieser Saison vielleicht noch Kickbox-Ausrüstungen zulassen, die tatsächlich nicht wirklich regelkonform sind, dann müssen die auf jeden Fall die vorgeschriebene FARBE haben.

In Weetzen ist sogar mindestens ein Teilnehmer beim NULL-Kontakt mit gelben Goofy-Fuss-Schühchen angetreten. Das Video wollte ich nicht auf YouTube hochladen, so schön farbenfroh sieht das aus.



Es gibt echte Gründe, die „Schutzausrüstung“ bei KTAE zu minimieren – hier noch einige längere Ausführungen dazu:


KTAE KONTAKT ist ein System, was eine total attraktive Synthese zwischen WTF-TKD und Kickboxen darstellt, die alle anderen Erfinder bisher völlig verpasst haben.

Der hauptsächliche Unterschied ist eben, dass mit der Faust NICHT (andauernd) zum Kopf geschlagen wird.

Also braucht´s auch nicht unbedingt einen Boxhandschuh.

GENAU DAS war mal der ursprüngliche Ansatz beim Korea-TKD, was sich vom Karate oder auch vom Boxen unbedingt unterscheiden wollte.

Es hat ganz klar Sicherheitsüberlegungen damit und ausserdem wird es -bereits beim Bayern-Cup- definitiv die Regel geben – wer einen deutlich sauber am Kopf trifft mit dem Fuss – der gewinnt den Kampf ggf. SOFORT.

Auch wenn´s kein superharter Knockout sein muss.

KTAE ist ein lupenreines technisches und taktisches Kämpfen mit einer klaren K.O.Perspektive. Wohingegen sich so mancher TKD- oder Kickbox-Bolzer oft nur hinter seinen dicken Plastikschützern oder hinter seinen weltweiten Kukkidingsda-Wettkampfregeln versteckt.

Und den grossen Tiger der Morgenstille mimt.

Ständig auf eine Elektronik zu stieren, ob man nach einem Konter irgendwie einen „Punkt“ rausgeschunden hat – das ist wirklich „olympiareif“ geworden.
Wer seinen Punktstand immer genau kennt, der braucht zum Gewinnen auch nur noch geschickt weglaufen oder er taktiert irgendwie die restliche Zeit runter.

Auf wirkliches technisches Kämpfen lauert jedes Publikum, man stelle sich gleich mal einen Kampf vor, bei dem einer bis zum Schluss überaus deutlich führt, der andere dann aber 5 Sekunden vor Schluss einen Bilderbuch-Kopftreffer setzt und damit auf einen Schlag ALLES wieder umdreht.

Von einer Dramaturgie der Spannung leben andere Sportarten sehr intensiv und haben damit oft ein grosses Publikum. Der Vorteil und der Matchball beim Tennis ist so ein Beispiel.

UFC und MMA haben nur deswegen so eine grosse Aufmerksamkeit, weil viele Nichtkämpfer da hingehen und sehr teuren Eintritt zahlen, weil sie sehen wollen, wie einer blaugewürgt wird oder derbe einen auf den Dassel kriegt und schwer verletzt, am besten tot rausgetragen werden muss.

Die Fans und Vertreiber dieser Kategorie verstehen aber was von Marketing und sie lügen vielen Leuten konzentriert einen in die Tasche. Auch sich selber.
Bleibt nur noch abzuwarten, wann die bundesdeutsche Sportjournaille endlich dazu eingekauft wird und ins richtige Horn bläst. Bis jetzt wird das hierzulande eher noch kritisch beäugt.

Und z. B. „BudoAthletisch“ ist das Ganze eher deutlich NICHT.

Wenn einer beim JUDO nix so ganz richtig wird mit Weltspitze, dann kann er beim technisch eher mittelprächtigen Käfigschubsen und -ringen vielleicht noch gross rauskommen.

Siehe die aktuelle Bild-Zeitung:
KÄFIG-KÄMPFER NICK HEIN Das ist Deutschlands härtester Polizist
Judo-Olympiasieger Ole Bischof drückt ihm die Daumen
http://www.bild.de/sport/mehr-sport/mixe...35144.bild.html

Mehr Beamte in Käfigen – das ist sowieso eine der besseren Lösungen für Deutschland !


Bei uns fehlen noch Erfahrungen und leider leider mangelt es auch an Kämpfern im richtigen Leistungsalter, aber ich vermute, dass unsere Kampfrichter so versiert sind, dass sie nicht jeden „Wischer“ bei KTAE als Anlass für einen Kopf-k.o. hernehmen.

Genau DAS ist einer der grossen neuen Witze bei Westenkampf-Olympia inzwischen – einige bilden sich offenbar unheimlich was auf technischen Fortschritt ein
= die elektronische Piepsweste

Den Kopftreffer mit dem Fuss haben sie aber nicht so richtig im Griff und dann mussten gleich wieder neue saudämliche Regeln für den Betreuer her, damit der gleich Protest schreien kann beim geringsten Anlass. Olympia 2012 war auf dieser Ebene stellenweise ein Witz und in einigen Zeitlupen hat man es dort schön sehen können.

Nix Treffer, nur schön knapp vorbei oder auch mal klar getroffen, nur die Hilfspunktrichter hatten auf einmal keinen Kopf dafür.
Wie traditionell üblich, kann man über Sichtweisen, vor allem nationale Punkt-Sichtweisen, prima weiterspekulieren.


p.s.
Der KTAE-Hersteller hat übrigens noch eine weitere mögliche und härtere KTAE-Kontakt-Variante im Programm.

Das ist genau die, wo auch der „low-kick“ erlaubt ist und evtl. auch noch ein paar andere Sachen, auf die die Muay-Thai und ähnliche Härte-Kickfraktionen immer so stolz drauf sind.

Nur - beim KTAE wird mit vollster Absicht die FAUST ZUM KOPF – NICHT angeboten.

Und allzu dick eingepackt = mit WTF-Astronautenanzug oder mit dicken Hand- und Fuss-Schonern soll der KTAE-Kämpfer eben NICHT auftreten.

UNKONTROLLIERT tut das eher weh, auch auf den Körper.

Genau das ist nämlich echter Kampfsport - auch für jüngere Teilnehmer.

Nur leider brauche ICH mit so einem Angebot wohl erst gar nicht anzufangen.

Die Kleinkinder- und Kampfzwergl-Philosophie der allermeisten Taekwondo- und Karate-Kampfexperten geht heutzutage wohl nur noch in die Richtung
– MITGLIEDER und MONATSBEITRAGSZAHLER GENERIEREN.

Damit der Rubel in der Martial Arts Industrie und mit den kleinen Drachen wunderschön läuft.

Der schlechte Witz ist der, dass so ziemlich ALLE Trainer, die bei uns immer so getan haben, als ob – bei uns überhaupt keine „Vollkontakt“-Kämpfer rausgebracht haben.

Sondern aus ihren Fighter-Häusern und -vereinen allenfalls ein paar kleine Hyong-Mädchen oder Poomse-Jungs, talentierte Heulsusen oder ein paar Bruchtest-Trixxer, die später bestimmt alle noch mal ins Fernsehen sollen.

Aber erst wenn der grosse Meister der Sprüche abgedankt hat und dann am besten auch noch als „Beinahe“-Olympiasieger mit tausend wichtigen Titeln.

Nur andauernd nichts vom richtigen Kämpfen dabei.
..


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