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Bruchtest bei Wettkämpfen - Fragen zur Sicherheit

in Technische Disziplinen - FORMEN - BRUCHTEST 09.05.2013 14:36
von BAOffice • 1.202 Beiträge

Dass es bisweilen immer noch offene Fragen zum Thema Sicherheit bei Bruchtests gibt, hat man bei einigen Wettkampfveranstaltungen gesehen.
Nur die ganz Naiven oder die Megaschlauen nehmen dieses Grundsatzproblem nicht ganz ernst oder sie wiegen sich vielleicht mit irgendeiner "Versicherung" in eine sehr trügerische Sicherheit.

Aktuell kamen einige Fragen anlässlich des FIGHT-CUP in Walsrode auf.
Hier in diesem Beitrag unten nachfolgend die Zusammenfassung einer e-mail des Veranstalters an den Ausrichter.

Die an den Bruchtest-Wettbewerben beteiligten Clubs bzw. deren Betreuer werden auch noch direkt per e-mail angeschrieben.

Eine neue pdf-Mustervorlage für die Erklärung zum Bruchtest bzw. zu den damit verbundenen Sicherheitsregeln findet man aktuell auf der DOWNLOAD-Webseite.
Darin enthalten sind nicht nur elementare Regeln zur Sicherheit in der Sporthalle, sondern auch eindeutige Regelungen zu den Themen Bruchtestmaterial und Doping.

Jeder Wettkämpfer, bei Minderjährigen mit Unterschrift seiner Eltern-Erziehungsberechtigten, muss zu jeder Wettkampfteilnahme Bruchtest diese Erklärung abgeben.
Ersatzweise kann auch ein verantwortlicher Betreuer die Haftung übernehmen, soweit er das vereinsintern für sich geregelt hat.

EIN WICHTIGER PUNKT dabei - zuletzt war bei den Meldungen für den FIGHT-CUP in Walsrode aufgefallen, dass ein nachweislich MINDERJÄHRIGER BETREUER gemeldet worden war.
Dies ist dem Turnierbüro gleich ins Auge gesprungen, aber wir kennen natürlich ansonsten nicht jeden persönlich und altersmässig, der auf einer Turnierliste draufsteht.

Also ganz allgemein noch einmal zur Kenntnisnahme
= als "Betreuer" (an der Wettkampffläche und bei verbindlichen Massnahmen-Entscheidungen während eines Turniers...) kommen definitiv ausschliesslich VOLLJÄHRIGE COACHES in Frage.
Minderjährige Betreuer muss die Wettkampfleitung leider ablehnen.

Nicht volljährige Coaches-Trainer-Helfer dürfen sich zwar auf eine geeignete Art und Weise um Wettkämpfer ihres Clubs kümmern - allerdings NICHT in verantwortlicher Funktion.
Denn das beinhaltet ebenfalls Haftungsrisiken und betrifft Fragen zur Aufsichtspflicht - bei jugendlichen Wettkämpfern usw.


NACHFOLGEND - zum THEMA BRUCHTEST
Zusammenfassung einer e-mail des Veranstalters an den Ausrichter.


...tatsächlich ein GRUNDSATZPROBLEM bei allen Veranstaltungen.

Obwohl dieser Punkt in der Ausschreibung bereits deutlich und zweifelsfrei geregelt ist.
Der Veranstalter kann weiter nichts tun, als das, was er üblicherweise schon getan hat.

Für plötzliche und unvorhersehbare Überraschungen, wie sie zuletzt bei den BA GAMES 2012 vorgekommen sind
= Feuerspucken in der Halle, ohne jede Absprache und Genehmigung, geschweige denn vorbereitete Sicherheitsmassnahmen für den Notfall, kann man hinterher allenfalls den (grob fahrlässigen...) Akteur selbst verantwortlich machen.

Ich zitiere aus dem zugrundeliegenden Reglement:
"Das gesamte Bruchtestmaterial muss vom Teilnehmer selbst gestellt werden
Der Schutz für die Einrichtung der Sporthalle, insbesondere den Hallenboden sowie alle weiteren Sicherheitsmassnahmen zum Schutz
für andere Teilnehmer und Zuschauer liegt ausdrücklich in der Verantwortung des ausführenden Teilnehmers sowie seines Betreuers."


Ihr solltet allerdings Eurerseits = als Ausrichter bei sowas auf folgende Dinge achten:

1.Absicherung einer ausreichend grossen Sicherheitszone bei allen Bruchtests (durch die Ordnungskräfte des Ausrichters)
= das grösste Problem in der Praxis sind herumfliegende Teile von Brettern - oder noch schlimmer Steinen

2.Dokumentation der Geschehnisse = durch den Ausrichter (Video-Zeugen),
damit tatsächlich beweiskräftig bleiben könnte, WER für mögliche Schäden verantwortlich ist

3.Ratsam könnte es zudem sein, dass der Ausrichter selbst eine zusätzliche geeignete Unterlage für den Hallenboden organisiert
= doppelt gesichert, falls die Sicherungsmassnahmen des Bruchtestakteurs unzureichend sein sollten

HINWEIS FÜR ALLE BETEILIGTEN
Im Zweifelsfall muss der VERANSTALTER (oder der-die verantwortliche KAMPFRICHTER...) jeden Bruchtest untersagen - wenn rechtzeitig zur Kenntnis gelangt, dass eine Aktion mit zuviel erkennbarem Gefahrenpotenzial verbunden ist.

Dasselbe Recht hätte aber auch der AUSRICHTER - nur, der muss sich dann im Vorfeld auch drum kümmern = den Veranstalter, die Wettkampfleitung unmittelbar ansprechen und informieren.

Ich kann mich z. B. noch gut an einen gewissen Herrn M.L. aus dem Raum B. erinnern - der hatte als Ausrichter einer Veranstaltung mutwillig ganz elementare Sicherheitsregeln nicht beachtet. Sein grosser Werbeauftritt bei der Lokalpresse, dem Bürgermeister und ein blödsinniger Streit mit dem Hallenwart waren ihm wichtiger. Zu meiner, im übrigen sehr konstruktiven, Kritik hinterher, kam dann lediglich der Vorwurf an mich zurück,
"ich hätte seine Vereinseltern beleidigt".

Später wurden einige dieser sportlich wohl sehr kompetenten Eltern "Kampfrichterexperten", "Dan-Prüfer" und besagter M.L. wurde zum "Präsidenten" eines erstaunlichen "Verbandes" mit sicherlich bemerkenswerten Meisterschafts-Veranstaltungen.
Genau so sieht es in diesem Sport an allen Ecken und Enden aus und die ganz Dummen und Frechen haben dabei das meiste unverschämte Glück.


Ich will an dieser Stelle auch gleich der Frage nach einer "Versicherung" entgegenwirken. Erübrigt sich von vornherein.
Bei solchen Aktionen wäre ich mir nämlich unsicher, ob irgendeine "Veranstaltungsversicherung" überhaupt greift und entscheidend wäre, ob die "grobe Fahrlässigkeit" ausdrücklich abgedeckt wäre. Im Regelfall nämlich nicht und dieser Part ist reine Ansichtssache von Fachrechtsverdrehern.
Die Versicherer werden -bei grösseren Schäden- sofort das geeignete Haar in der Suppe finden und dann nutzt einem die Versicherung gar nichts.

Theoretisch und praktisch müssten wir sogar "Schutznetze" o. ä. in der Halle installieren, was allerdings völlig illusorisch ist.
In Iserlohn hat man das schon mal beim Eishockey gesehen, da ging der Puck sogar durch eine dicke Plexischutzscheibe und hatte einem Zuschauer ein Auge rausgehauen.
Was passieren kann, passiert auch. Man muss im Vorfeld maximal minimieren, dass es überhaupt passieren kann.


Also gehen diese nachfolgenden Hinweise hier auch gleich an die ganzen Bruchtest-Akteure:

a) bei "Härtebruchtests" (Steine-Platten etc.) = Schlagrichtung am besten immer nach unten und unten massive Vorsorge für den Hallenboden
= Extragrosse -Platte hinlegen und weiträumig mit dicker Folie auslegen
= falsch machen das üblicherweise immer die Türmchenbauer Porenbeton, wenn der Turm umkippt, dann meist direkt auf den nackten Boden

b) bei "Akrobatikbruchtests" (Holzplatten) = möglichst dünne, spröde Brettchen nehmen, weil es sowieso vor allem nur um´s Treffen geht.
Der Aufbau sollte so aussehen, dass Brettchenteile im freien Raum nicht in Richtung Zuschauer oder Einrichtungsteile fliegen.
Die Brettstücke sind bei dünnen Brettern ansonsten so harmlos, dass sie einen herkömmlichen Hallenboden nicht beschädigen dürften
Vergleichsweise würden Steinchen, die an Fussballer- oder Handballerschuhen kleben, mehr Schäden verursachen


Wenn sich alle an die Regeln halten und ein Bewusstsein für das Prinzip "safety first" entwickeln, dann dürfte mit allergrösster Wahrscheinlichkeit bei unseren Veranstaltungen nichts Schadenträchtiges passieren.

Dass es so ist, beweist nicht zuletzt die seit vielen Jahren durchaus moderate "Verletzungsquote" bei uns beim Sparring.


Gilbert Kapkowski
www.budoathletic.de
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