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#1

Unbezwingbarkeit

in Selbstverteidigung 24.03.2013 18:18
von Weetzen • 53 Beiträge

Die ältere Taekwondo - Trainer Riege kennt sicherlich die im Bertreff genannte Tugend - Unbezwingbarkeit- diese und noch einige anderen Tugenden des Taekwondo mußten wir früher auswendig lernen.
Nachstehender Bericht zeigt aber, dass es manchmal besser ist und man den Kopf rechtzeitung einschaltet und nicht versucht nach der dieser Tugend zu handeln, womöglich noch mit einer Geheimtechnik die dann nicht klappt.:
Hier ein Bericht aus der Neuen Presse- Ausgabe vom 23.03. 2013- Hannover Teil- Seite 13

Sie wollen sein Geld und sein Handy – und stechen sofort zu
velber. Thimo Preiss (21) ist ein Mann wie ein Baum: 1,96 Meter groß und kräftig, er hat jahrelang Judo und Taekwondo gelernt – musste sich aber noch nie prügeln. Nie im Leben hätte der 21-Jährige gedacht, dass ausgerechnet er einmal Opfer eines Raubüberfalls werden würde. Und doch ist Freitag früh gegen 0.15 Uhr genau das passiert: nach der Arbeit, auf dem Nachhauseweg von der Stadtbahnstation Ahlem nach Velber (Seelze), an der Straße Steinkamp. In Höhe des Friedhofs kommen plötzlich von hinten zwei Gestalten auf ihn zu. Einer von beiden verlangt Geld und Handy. „Der kam mit erhobenen Armen auf mich zu, wollte mich am Kragen packen“, schildert Preiss: „Da bin ich einen Schritt zurück und habe ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen.“ Plötzlich schwingt der Komplize den linken Arm, der 21-Jährige versucht noch auszuweichen – und spürt im selben Moment einen stechenden Schmerz im linken Oberschenkel: „Der hatte mich mit einem Messer angegriffen. Da hab ich sofort gerufen, dass sie alles von mir haben können.“ Die Angreifer rauben ein nagelneues HTC-Smartphone, Bargeld (etwa 10 Euro) und EC-Karte und flüchten. Thimo Preiss humpelt stark blutend nach Hause und weckt seine geschockten Eltern. Diese alarmieren die Polizei, die noch in der Nacht vor Ort vorbeikommt. Anschließend fährt der Verletzte ins Krankenhaus, wo seine Wunde (einen Zentimeter breit, drei Zentimeter tief) ambulant versorgt wird. „Es wurde zum Glück nur der Muskel getroffen“, erzählt der 21-Jährige: „Aber es tut trotzdem sehr weh.“ Bis Montag ist der Koch-Azubi erst mal krankgeschrieben und kann im Moment nur mit Krücke gehen: „Ich bin gegen Gewalt, habe bisher Konflikte immer mit Reden und Argumenten lösen können. Traurig, dass es solche Menschen gibt.“ Zur Arbeit will Preiss künftig nur noch mit dem Auto fahren: „Das ist sicherer.“ Der erste Angreifer ist etwa 1,90 Meter groß und schlank und trug eine dunkle „Thug?Life“-Jacke. Sein Komplize ist etwa 1,80 Meter und war dunkel gekleidet. Beide sind etwa 25 Jahre alt und hatten einen türkischen Akzent. Hinweise an die Polizei Seelze: 0?51?37/8?27?1?15.
AM TATORT: Auf dieser kleinen Straße zwischen Ahlem und Velber wurde Thimo Preiss brutal überfallen. Foto: May
23.03.2013 / NP Seite 13 Ressort: LOKAL

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#2

RE: Unbezwingbarkeit

in Selbstverteidigung 24.03.2013 19:25
von Jürgen Ober • 61 Beiträge

Dieses Ereignis regt sehr zum Nachdenken an !
Ich hoffe sehr, niemals in solch eine Situation zu kommen und wüsste auch nicht, wie ich in so einem Fall reagieren würde ???
Falls es mir gelingt, die beiden Angreifer "außer Gefecht" zu setzen, habe ich als Kampfkünstler vor Gericht doch immer schlechte Karten, oder ?

Besten Dank für den Beitrag
und sportliche Grüsse,

Jürgen

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#3

RE: Unbezwingbarkeit

in Selbstverteidigung 25.03.2013 09:53
von BAOffice • 1.194 Beiträge

2 sehr unterschiedliche Aspekte bei dieser Sache bitte beachten:

1.
So blöd das jetzt klingt - aber genaugenommen ist heutzutage so eine "Veröffentlichung" wie die von Peter Pabel, "gefährlich". Aber nicht wegen der Notwehr-Problematik.
Nach meinen eigenen Erfahrungen, die ich selbst leider schon mal gemacht hatte, verstösst sowas u. U. gegen das sog. Zitatrecht.
Das ist eine Unterabteilung des Urheberrechts und wie mir die Rechteverfolgung des A.S.Verlages vor ca. 2 Jahren intensivst verdeutlicht hatte, geht es einigen "Urhebern" gewissermassen schnell nur um´s Geld, wenn einer was von ihnen veröffentlicht, was er nicht bei ihnen vorher genehmigt bekommen bzw. bezahlt hat.
Im vorliegenden Fall ist das zwar eher unwahrscheinlich, aber das hatte der Überfallene, der in dem Artikel zitiert wird, für seinen Über-Fall vermutlich auch angenommen.
Wer überfällt nach landläufiger Meinung einen 1,90 m grossen Erwachsenen, von dem er Widerstand erwarten darf.
Gute Frage. Antwort zwecklos. Wer mahnt schon einen "Hobby-Journalisten" ab, der für einen völlig eigenständig verfassten Artikel aus der Zeitung zitiert und sogar die Webseiten als Quelle verlinkt ? Ja eben - die Gefahr lauert überall und immer. Und zwar auf ALLEN Ebenen.
Also hierzu mal ein Tipp:
Bei sowas immer auch den Internet-Link mit reinschreiben und am besten NICHT den ganzen Artikel abschreiben und an anderer Stelle neu veröffentlichen, so wie hier nämlich geschehen. Erlaubt sind genaugenommen nur kurze Zitate aus dem Original und ab da fängt die Grauzone an, ab der die Abmahnabteilungen aktiv werden.
Das macht garantiert (noch) nicht jede Redaktion oder jeder Verlag, aber die Tassen sind in Deutschland längst aus dem Schrank. Und kaum einer merk(el)t es.
Bitte mal meinen Artikel aus dem BUNDESWAHRSAGER lesen.
Zum Thema LEISTUNGSSCHUTZRECHT
http://bundeswahrsager.blogspot.de/2013/...-konnte-es.html
Mein privater blog ist stellenweise ja ganz lustig, aber insgesamt ist dort immer nur die Wahrheit zu finden.
Insbesondere auch über den Faktor "Rechts-Sicherheit"; auf der Strasse und anderswo. Es gibt ein paar Dinge, die werden hierzulande immer sicherer.

2.
Was hat der Jürgen da gerade geschrieben ?
ZITAT
"Ich hoffe sehr, niemals in solch eine Situation zu kommen und wüsste auch nicht, wie ich in so einem Fall reagieren würde ???"
ZITAT ENDE

Ein wirklich offenes Eingeständnis, aber dazu muss ich hier echt mal zurückfragen:
WER - wenn nicht ein "trainierter" TKD-Schwarzgurt und "Trainer" sollte denn seine Reaktionen in so einem Fall kalkulieren können ?

Etwa die kleinen Jedi-Schüler mit den bunten Gürtelchen, System Allkampf und andere, denen man lustige Gummimesser und Stöckchenspiele und vermutlich auch den Notwehrparagraphen beibringt ?

Niemals in eine solche Situation zu kommen - ich zitiere hier mal den schönen Glaubens-Spruch aus dem "Battlestar Galactica" - "DAS HOFFEN WIR ALLE"...

Wie der geschilderte Fall -einmal mehr- belegt, gibt es solche Fälle aber durchaus und zwar leider wohl viel öfter, als die Presse sie standardmässig aufgreift.

Ich würde mal mutmassen = ca. 95 % aller "Anfänger" kommen mit "Kampfsport" zunächst in Berührung aus dem Motiv heraus - "wie kann ich mich WEHREN" ?
Zum Bleistift "Taekwondo" macht da wohl keine Ausnahme, oder ?

Jeder sollte sich selbst mal fragen, WARUM er mit dem Thema angefangen hatte.

Dann wird´s aber zum allerüberwiegendsten Teil sehr schnell gedreht - heraus kommen Tul, Pommes, Kindergarten und Anfänger-Sparring mit Elektropunkten, TKD-Breakdance und der grosse Grossmeister im Heimatdorf, der den schwarzen Bauchzwirn und seinen Weltverband vor sich herschwurbelt wie der Pfarrer die heiligen Gebeine des Propheten an den Feiertagen seiner jeweiligen Religion.

Da sind wir dann gleich wieder zurück beim eigentlichen Thema.

Was macht man, um sich (möglichst chancenreich) zu verteidigen bzw. bestmöglich heil aus der Affäre zu ziehen ?

Genau DAS ist üblicherweise das Motiv des "anständigen", braven, verunsicherten Bürgers bzw. "Kampf"-Sportlers.

Um auf die zweite Frage vom Jürgen einzugehen - dazu habe ich hier im Forum schon Quellen bekanntgegeben, wie sich "Juristen" das vorstellen.
Nämlich im Regelfall völlig anders, als der wenig fachlich gebildete Normaltrainer und Kampfkünstler sich das vorstellt und-oder seinen Leuten im Verein beibringt.

Mit dem "praktischen" Umgehen mit der Sache sieht es nicht viel besser aus, das habe ich bei den letzten Gelegenheiten immer wieder live gesehen und nicht zuletzt einige Diskussionsbeiträge hier im Forum haben mir verdeutlicht, wie dieser oder jener Trainer mit der Realität umgeht. Bzw. mit der Ausbildung in seinem Verein dazu.

Der von Peter Pabel zitierte Fall (aus der Presse) ist tatsächlich nix Ungewöhnliches, da gibt es Fälle, die sind im Prinzip 100x schlimmer.

Es gibt kein typisches "Patentrezept", auch nicht für die Ausbildung gegen den Angriff. Jeder (Trainer) kocht offenkundig so gut oder schlecht, wie er kann.
Die meisten sind keine echten Praktiker oder haben nur eine sehr begrenzte Sichtweise und Erfahrung mit der praktischen Praxis.

Aber ein paar Rezepte gibt´s schon noch, wo sich dann der oder die Angreifer möglicherweise ganz schön die Finger verbrennen, wenn in diesen Topf reingegriffen wird.

Allerdings bleibt das (realistische) Hauptziel - die Bedrohung minimieren und im Ernstfall die Wirksamkeit der Abwehr maximieren.
...


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