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#1

Der allseits beliebte Klassiker - "Notwehrparagraph"

in Selbstverteidigung 06.02.2013 22:03
von BAOffice • 1.216 Beiträge

Liebe Selbstverteidiger und TKD-SV-Prüfungsprogrammdirektoren,

wenn ein Prüfer bei einer Gürtelprüfung (mit zumeist sehr vielen minderjährigen Farbgürtel-Bewerbern...und Hobby-Freizeit-Kämpfern ) als Theoriefrage den "Notwehrparagraphen" aus dem Hut zaubert - dann bin ich immer gleich genauso geschockt, wie wenn einer was über eine enorme Technikauswahl an wirksamen Asia-Nudeltechniken, inclusive "Militärnahkampfstrategien", referiert.

Tut mir leid, aber ich habe den Eindruck, dass die "SV-Problematik" die allermeisten Sportler sowie deren Trainer sowieso nicht wirklich interessiert.
In diesem Forum ist diesbezüglich nichts los bzw. was denn auch ?

Der "erfolgreiche" Trainer, Jugend- und Familienbetreuer der Jetztzeit sieht das Ganze sehr wahrscheinlich nur unter dem Aspekt "Prüfungsprogramm" oder "einfache Standards" = also echt breitensportlich. Den ganzen Rest halte ich eher für so eine Art Selbsthypnose von ungelernten Fachleuten. Klingt böse, aber ich meine das verdammt ernst.
Passt bitte bloss auf Euch auf und riskiert nicht zuviel. Genau das wäre schon mal ein guter Anfang, um ein echt böses Ende etwas unwahrscheinlicher zu machen.

Also - für die Halb-, Viertel- oder die Volljuristen unter den Lesern hier - gleich mal ein interessanter Link auf einen der Hauptaspekte beim geliebten "Notwehrparagraphen":

§ 33
Überschreitung der Notwehr
Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, so wird er nicht bestraft.

http://dejure.org/gesetze/StGB/33.html

und sich dann bei Interesse vielleicht weiterklicken = in das Juristen-Chinesisch echter Fachleute der Nachbearbeitung. Wenn´s echt zur Sache ging oder echt wehgetan hatte.
Also eher nicht so, wie bei Gürtelprüfungen üblich oder beim netten Plausch während des Trainings in der Sporthalle

Rechtsprechung zu § 33 StGB
146 Entscheidungen:
http://dejure.org/dienste/lex/StGB/33/1.html

Einige der dort nachzulesenden Grundsatzüberlegungen, Urteile usw. usw. haben durchaus was mit sehr praktischen Fällen ausserhalb von Turnhallen zu tun.
Aber nicht ausschliesslich mit dem bei allen Trainern-Prüfern so vertrauten "Strassenkampf".

In der Wirklichkeit ist der nämlich leider meist etwas komplizierter, vor allem ggf. auch noch "hinterher".

Bei meinem letzten "streetfighting" oder "allkampf"-Seminar ging mir blitzschnell bereits beim Üben der schnell und einfach zu erlernenden koreanisch-israelischenTechniken folgende Überlegung durch den Kopf - und später bei einer der praktischen Taten gegen einen bösen Angreifer auf der Strasse oder im Wohnzimmer eines besoffenen Freundes ging das alles noch viel schneller.

Selbst MEINE begriffsstutzige Birne kalkuliert im "Notwehrfall" selbstverständlich ALLE Eventualitäten der geltenden Rechtsnormen des "hätte-würde-wäre" ein:

ZITAT
"Kommt bei objektiv gegebener Notwehrlage der Angreifer durch Fahrlässigkeit des Abwehrenden zu Schaden, so ist in den Grenzen dessen, was als Abwehrhandlung objektiv erforderlich gewesen wäre, die Herbeiführung eines deliktischen Erfolges auch dann gerechtfertigt, wenn er konkret vom Abwehrenden nicht gewollt war und bei Anwendung der ihm möglichen Sorgfalt hätte vermieden werden können.
ZITAT ENDE
Quelle: http://www.hrr-strafrecht.de/

Noch 2 bis 4x neu lesen, dann verstehst Du das garantiert gleich alles.

In einem Diskussions-Forum, wo es um einen aktuellen Fall (von leicht verunglückter "Staats-Notwehr" zu zweit ging...gegen einen 14-jährigen Schwarzfahrer )
= Guckt Du hier
Köln: Heranwachsender greift Kontrolleure in der S 11 an
...Dabei wurden zwei Zugbegleiter leicht verletzt und;mussten;später in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Quelle:Bundespolizeidirektion Sankt Augustin
http://polizeibericht-rupodo.blogspot.de...der-greift.html

Den szenetypischen Migrantenhintergrund möchte ich hier mal aussen vor lassen. Ey, was kuckst Du misch eigentlich an ?

Auch auf anderen Gebieten aber doch sehr aufschlussreich die Diskussion, die sich über so einen Fall entwickelt.

Ein -wie immer angelegter- Fachmann schrieb dazu Folgendes:

ZITAT
D da glaubt wer an den rechtsstaat.
...wenn man hierzulande aus notwehr handelt ist es besser den anderen gleich umzubringen und di eleicher verschwindne zu lassen sonst is man noch wegen nem notwehrexzess dran...

ZITAT ENDE

Genau - hatte nicht Frank O. auch schon was über das Prinzip von "Eins-Zwei-Vorbei" geschrieben ?

Vermutlich hat er das aber nur rein "technisch" gemeint, also in Zielrichtung = die 3 Einbauküchen-Standard-Strassen-oder Busbahnhof-Techniken" - diese Standards noch schnell ins Training eingebaut - und gut is´...für den gelben oder schwarzen Gürtel ?

Vielleicht erwarten sowas jetzt einige - die meisten - Trainer-Prüfer-Dan-Bewerber ?

Die einfache Lösung - die mit den "Standards" ?
...


zuletzt bearbeitet 07.02.2013 10:31 | nach oben springen

#2

RE: Der allseits beliebte Klassiker - "Notwehrparagraph"

in Selbstverteidigung 07.03.2013 12:07
von BAOffice • 1.216 Beiträge

Eine recht interessante Quelle zum angesprochenen Thema findet sich bei Leuten, die "professionell" was von GEWALT BEIM SPORT verstehen.

Also bei den Fussballern.

Fussball, das ist in etwa dasselbe wie "Taekwondo", aber eben MIT einem Ball noch dazu.
Das macht die ganze Sache glaubwürdiger, sportlich abwechslungsreicher und vor allem für jedes irgendwie beteiligte Publikum deutlich interessanter.

Die Fussball-"Verbände" sind auch in jeder Hinsicht "professioneller" organisiert, als das jeder "normale" Kampfsport-"Verband" von sich behaupten könnte.
Ausser in einer olympisch angehauchten Traumwelt.

Übrigens sind erfahrungsgemäss sehr viele "Kampfsportabteilungen" in deutschen Vereinen Mitglied eines grösseren..."Fussball-Vereins".

Liebe Selbstverteidiger - schaut doch interessehalber und beispielsweise mal auf folgendes Info- und Anschauungsmaterial eines Fussball-Verbandes in Bayern.
SIEHE HIER
http://www.bfv.de/cms/docs/Leitfaden_zum...latzordnern.pdf

Die dortigen Ratschläge und Hinweise für "Platzordner" sind prinzipiell nämlich auch für jeden "Normalbürger" anwendbar und zwar ebenso ausserhalb jedes Fussball-Platzes.
Da kann man echt noch für eine vermeidbare Praxis der Notfälle dazulernen...und um mehr geht´s (mir) doch erstmal nicht, oder ?
...


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